Ayurveda heißt übersetzt „das Wissen vom Leben“. Ayurveda ist eine Anleitung für gesundes Leben in allen Lebensphasen und -bereichen.

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Morgenroutine eines Ayurvedis

Eine meiner damaligen Dozentinnen in meiner Ausbildung zur Entspannungspädagogin inspirierte mich mit ihrem Bericht über  Zungen schaben und Öl ziehen. Zu dieser Zeit wusste ich noch nichts von Ayurveda und seinen wohltuenden Routinen.

Mein kleiner Start zur Etablierung einer mordendlicher Routine war der Zungenschaber. Heute passiert das Zungen schaben wie automatisiert vor dem Zähneputzen. Ohne fühle ich mich sogar unhygienisch.

Mein kleines ayurvedisches Morgenprogramm

Zungenreinigung

Der Mund ist ein Ausscheidungsorgan unseres Stoffwechsels. Deswegen lagert sich über Nacht jede Menge Belag und Bakterien im Mundraum und vor allem auf der Zunge ab. Im Ayurveda heißen diese Abfallprodukte des Stoffwechsels auch Ama. Bei einem ausbalancierten Stoffwechsel produzieren wir weniger Ama als im Ungleichgewicht. Für ein hygienisches Mundgefühl können wir morgens als erstes diesen Belag mit einem Zungenschaber oder einem umgedrehten Esslöffel von der Zunge schaben.

Öl ziehen

Die verbliebenen Bakterien im Mund sollen nun entgültig durch das Öl ziehen aus dem Mund befördert werden. Hierbei wird (ca. 1El) Öl durch den Mundraum geschwenkt, gezogen und gegurgelt. Welches Öl hierfür gewählt wird hängt von Vorlieben oder dem ayurvedischen Konstitutionstyp ab. Super eignet sich Sesam-, Kokos- oder auch Olivenöl. Neben der antibakteriellen Wirkung hat das Öl ziehen verschiedene positive Wirkungen auf den Mundraum, die Zähne und das Zahnfleisch. Ob das Öl ziehen oder oder nach dem Zähneputzen effektiver ist, darüber streiten sich die Geister. Das Argument, dass ein vorgezogenes Zähne putzen die Bakterien im Mund nur noch einmal aufwirbelt, lässt mich zuerst mit Kokosöl ca. 5 Minuten ziehen und danach die Zähne putzen. Wichtig dabei bleibt nur: Trinke erst danach, da ansonsten wasserlösliche Gifte und Bakterien herunter geschluckt werden.

Meditation

Da meine morgendliche Meditationspraxis noch ganz neu ist beginne ich mit winzigen Schritten. Während mein Wasserkocher mein Wasser erhitzt meditiere ich für ein paar Minuten auf dem Küchentisch. [Danke für den Tipp, Dana!] In diesen 4 Minuten steige ich zwar sicherlich nicht ganz tief in die Entspannungsphase ein, gewöhne mir dennoch das regelmäßige meditieren an, das sich mit der Zeit natürlich verlängern lässt.

warmes Wasser trinken

Wenn mein Wasserkocher nun soweit ist trinke ich meine 2 großen Gläser Wasser. Es regt den Stoffwechsel und den Verdauungstrakt an. Außerdem füllen wir so unser Wasserdefizit aus der Nacht direkt am morgen wieder auf. Der Grund, warum man im Ayurveda immer warmes statt kaltes Wasser trinkt, ist dass der Stoffwechsel bei kaltem Wasser viel Energie aufwenden muss um dieses auf Körpertemperatur zu erwärmen. Das raubt uns Energie und bremst unseren Stoffwechsel vor allem am Morgen, wenn dieser eh noch sehr schwach ist. Außerdem regt das Wasser die Darmtätigkeit an, sodass nun der morgendliche Toilettengang auch ohne Kaffee funktioniert.

Yoga

Meine Yogapraxis halte ich ebenfalls klein und gut umsetzbar. Ich übe aktuell zu einem bestimmten Lied meine Sonnengrüße und aktiviere dabei meinen ganzen Körper. Wenn ich Zeit und Lust habe erweitere ich die Praxis danach.

warmes Porridge

Auch beim Essen rät Ayurveda meist zu warmen und leicht verdaulichen Speisen. Ganz besonders am Morgen, da das Agni (Verdauungsfeuer) noch nicht sehr stark ist. Das typische ayurvedische Frühstück ist ein leichter warmer Getreidebrei mit gedünstetem Obst. Wer das nicht mag kann auch auf ein warm getoastetes Brot mit Gemüseaufstrich ausweichen oder abwechseln. Ganz wichtig beim Thema Frühstück: das klassische Müsli mit Milch(-produkten) und rohem Obst ist im Ayurveda nicht gern gesehen. Diese Lebensmittelkombination fördert Gärprozesse im Stoffwechsel und entzieht dem Körper viel Energie zur Verdauung.

Weitere Rituale

Natürlich gibt es noch jede Menge weitere ayurvedische Rituale, die einen gesunden Start in den Tag fördern. Ich halte es gerne kurz und knackig, da ich im Alltag sonst dazu neige die ganze Morgenroutine ausfallen zu lassen. Außerdem bin ich am Wochenende oder wenn ich unterwegs bin da auch etwas flexibel. Wichtig ist es den Druck nicht zu hoch zu machen. Die Morgenroutine soll uns gut tun und nicht noch mehr Stress entstehen lassen. Deswegen zähle ich folgende Elemente nicht zu meiner täglichen Routine sondern handhabe sie individuell nach Zeit und Bedarf.

Nase spülen

Besonders in der Erkältungszeit oder wenn ich merke, dass sich Verschleimung oder sich Beschwerden im Bronchenbereich zeigen ist die Nasenspülung zur inneren Reinigung zu empfehlen. Mit der lauwarmen Salzlösung und mithilfe eines  Kännchens werden hierbei die Nasenschleimhäute gut durchgespült.

Ölmassage

Zu einer vollständigen ayurvedischen Morgenroutine gehört auch eine Selbstmassage mit Öl. Dabei wird der ganze Körper von Kopf bis Fuß mit Handwarmem Öl Stück für Stück massiert. Welches Öl hierfür gewählt wird hängt von Vorlieben oder dem ayurvedischen Konstitutionstyp ab. Super eignet sich Sesam-, Mandel- oder auch Olivenöl. Die Prozedur dauert natürlich seine Zeit und sollte auch nicht in Hektik durchgeführt werden. Nach der Selbstmassage wird der Körper mit warmem Wasser (ohne Seife, höchstens Shampoo für die Haare) unter der Dusche abgespült. Wer zwischen der Massage und dem abduschen noch Zeit hat lässt am Besten das Öl noch ein wenig einziehen. Diese Zeit kann gern mit einer kleinen Meditationseinheit überbrückt werden. Aufgrund des hohen Zeitaufwands ist die Ölmassage für mich ist ein kleines Wellness-Programm, das ich mir von Zeit zu Zeit gönne, aber keinen festen Platz in meinen Routinen findet.

Mein Tipp

Falls du jetzt motiviert bist ebenfalls eine Routine zu etablieren: starte klein! Beginne mit einer kleinen Aufgabe am Morgen, die für dich nur wenig Aufwand bedeutet. Erst wenn diese voll automatisch in deinen Morgen integriert ist beginne mit der Nächsten!

 

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Handicaps moderner Ernährungsformen

und warum Ayurveda mein Herz höher schlagen lässt.

Wenn man sich mit dem Thema Gesundheit beschäftigt, dann landet man über kurz oder lang ganz automatisch beim Punkt Ernährung.

Kalorien zählen, Low Carb, Paleo, Trennkost oder doch Rohkost? Viele neue und alte Ernährungstrends gehen durch die Medien und jeder Einzelne will uns weismachen, dass nur durch die Einhaltung von ganz bestimmten Regeln eine vollständige Gesundheit zu erreichen ist. In diesem Informations-Dschungel kann einem ja nur schwindlig werden. Ich möchte Euch in diesem Newsletter die Probleme und Grenzen vieler moderner Ernährungsformen aufzeigen und erklären, warum Ayurveda für mich die Antwort auf viele meiner Fragen geworden ist.

Aber was verbindet denn diese ganzen Ernährungskonzepte miteinander uns was daran ist nun kritisch zu betrachten?

# Starres Konzept, das sich nicht auf Deine persönlichen Parameter anpasst

Wir sind alle individuell. Der eine Stoffwechsel arbeitet gut und verträgt alles, der Andere arbeitet aus Effizienzgründen langsam und der Dritte lässt sich schnell verwirren. Außerdem stecken wir alle in unterschiedlichen Lebenssituationen und emotionalen Phasen. Deswegen kann ein theoretisch gut funktionierendes Ernährungskonzept nie für alle Menschen gleichzeitig „perfekt“ funktionieren!

# Verbote und Verzicht

Die meisten modernen Ernährungsformen unterliegen ganz bestimmten Regeln, die eine bestimmte Lebensmittelgruppe oder ein ganz bestimmtes Lebensmittel ausschließen. Es gibt also Dinge, die uns verboten werden

 #1: Wer kennt das nicht, wenn etwas verboten ist dann möchte man es umso mehr. Die Gedanken beginnen dann zu kreisen: „keine Schokolade“, „keine Kohlenhydrate“, „kein Zucker“ usw. … Das ist nämlich genauso wie bei dem Beispiel: „Denk mal NICHT an einen rosa-roten Elefanten“. Genau, unser Hirn kann das „NICHT“ nicht hören und denkt automatisch an einen rosa-roten Elefanten. Und wenn wir nun immerzu daran denken, was wir nicht essen dürfen, dann erzeugt das emotionalen Stress.

#2: Es ist seeeehr unwahrscheinlich, dass wir es schaffen nie wieder Schokolade, Kohlenhydrate, Zucker (oder eben das, was gerade verboten ist) zu uns zu nehmen. Es wird also der Moment kommen in dem wir schwach werden. Und wenn es soweit ist, werden wir uns richtig mies fühlen und unser innerer Kommentator wird uns ordentlich zurechtweisen.

# Kopfsache wird weiter gefördert

Was passiert jetzt aber nun, wenn wir uns den starren und geregelten Ernährungsstrukturen annehmen, die eigentlich gar nicht zu uns passen und negative Gefühle verursachen? Wir wollen Herr über uns (unseren Gelüsten und Gefühlen) werden! Denn wir geben uns selbst die Schuld, „wenns mal wieder nicht geklappt hat“ oder „wenn es so schwer ist“. Das hat zur Folge, dass wir alle Körpersignale ausschalten (oder zumindest gekonnt ignorieren) um mit Kopf und Verstand die Situation zu beherrschen.

Aber wer weiß denn eigentlich am allerbesten darüber Bescheid, was wir gerade brauchen? Genau, unser Körper!

Aber du musst jetzt nicht gleich alle Konzepte, Erkenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich deiner Ernährung über Bord werfen. Nutze alles, was du schon über Dich herausfinden durftest. Und vielleicht hast Du ja Glück und hast im Diät-Dschungel schon eine für dich gut funktionierende Form gefunden. Aber sei Dir bewusst: es wird auch immer Anteile geben, die für Dich und Dein System weniger gut klappen!

Also erlaube Dir…

  • die starren Konzepte aufzubrechen
  • sie an deine individuellen Bedürfnisse anzupassen
  • auch mal etwas Ungesundes mit gutem Gefühl zu essen
  • den Körpersignalen wieder mehr zu vertrauen, als irgendeinem Konzept

Warum Ayurveda?

  • weil Ayurveda bedenkt, dass wir verschiedene Typen sind
  • weil einfach ALLES erlaubt ist
  • weil Ayurveda möchte, dass wir wieder mehr ins Körpergefühl kommen

 

 

 

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